106 Regenbogenhaus

106 Regenbogenhaus

Mieterausbau

Das Regenbogenhaus ist Heimat bunter Gruppen mit bunten Anliegen in einem bunten Quartier Zürichs. Über dreissig LGBTIQ+-Vereine bespielen hundert Quadratmeter im Zollhaus der Genossenschaft Kalkbreite. Erstmals in der Schweiz arbeiten, denken, interagieren so viele LGBTIQ+-Gemeinschaften mit diversen Anliegen unter einem Dach. Das Regenbogenhaus ist Anlaufstelle, Bibliothek, Treffpunkt, Veranstaltungsort, Arbeitsraum zugleich.
Für so diverse Nutzungsansprüche sollten wir einen Raum mit länglicher Grundform und zwei Glasfronten ausbauen. Wie wird man unter diesen Voraussetzungen den unterschiedlichen Bedürfnissen von Öffentlichkeit und Privatheit gerecht?
Der grosse Raum lässt sich durch mobile, verspiegelte Schiebewände, die akustisch abschirmen, in drei Einheiten gliedern: In einen Mehrzweckraum mit Teeküche, in eine Bibliothek und in einen Empfang mit Arbeitsbereich. In Anlehnung an die Ballroom-Szene entstanden das House of Colour, das House of Fluid und das House of Books.
Die Bewegung der Spiegel ist ein performativer Akt, bei dem Grenzen verschoben werden. Im Spiegel gerät die Umgebung in Bewegung und der Raum wandelt sich.
Im Entrée trennt eine Regalwand den Eingangsbereich von einer Arbeitskoje mit Schreibtischen, die sich aus den Schränken ziehen lassen. So lassen sich etwa die Tablare der Regale in verschiedene Höhen verstellen, ebenso die mobilen Klapptische, die sich nach Belieben an den Regalen festmachen lassen.
Der Kerngedanke dieses Ausbaus war die Gestaltung eines wandelbaren Innenraums, der Durchlässigkeit und dennoch Rückzugsmöglichkeiten bietet. Dies übersetzten wir in der Schichtung der langen Fensterfassade mit sechs Fenstermöbeln. Das Möbel ist Bücherregal und Sitznische zugleich, sodass es ein Verweilen in der Fassadentiefe ermöglicht, zwischen dem Innen und Aussen. Aussen an den Fenstermöbeln hängen jeweils schmale Gitterrahmen, die sich vielfältig nutzen lassen, etwa für Plakate als Veranstaltungshinweise oder die Beleuchtung.
Zwei unterschiedliche Vorhänge lassen sich um das Möbel herumziehen. Die Vorhänge spielen mit dem Mittel der Verkleidung. Einmal leicht und hindurchscheinend, einmal schwer und verdunkelnd, lassen sie unterschiedliche Bezüge nach aussen zu und sorgen im Innern für variable Raumstimmungen.
Die Rückwand des Raumes wird von einem höhenverstellbaren Regal begleitet. Vertikalträger aus Metall, zwischen Boden und Decke gestemmt, tragen rohe Holztablare. Das Regal lässt sich in seine drei Grundkomponenten abbauen und anderorts wiederverwenden.
Auch in der direkten Materialisierung kommt unsere Grundidee dieses Ausbaus zum Ausdruck: einen dezenten Rahmen zu schaffen, den erst die Nutzenden in ihrer Vielfalt ausfüllen.

Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Rebecca Konnertz
Dominic Wohlgemuth

Projekt
Mieterausbau im Zollhaus Zürich

2019-2021

Fotos
Archphot, Peter Tillessen

Stahlbauarbeiten
Stahl- und Traumfabrik

Vorhänge
Kurt Wohndesign

Schreinerarbeitenundmehr

Mieterausbau

Das Regenbogenhaus ist Heimat bunter Gruppen mit bunten Anliegen in einem bunten Quartier Zürichs. Über dreissig LGBTIQ+-Vereine bespielen hundert Quadratmeter im Zollhaus der Genossenschaft Kalkbreite. Erstmals in der Schweiz arbeiten, denken, interagieren so viele LGBTIQ+-Gemeinschaften mit diversen Anliegen unter einem Dach. Das Regenbogenhaus ist Anlaufstelle, Bibliothek, Treffpunkt, Veranstaltungsort, Arbeitsraum zugleich.
Für so diverse Nutzungsansprüche sollten wir einen Raum mit länglicher Grundform und zwei Glasfronten ausbauen. Wie wird man unter diesen Voraussetzungen den unterschiedlichen Bedürfnissen von Öffentlichkeit und Privatheit gerecht?
Der grosse Raum lässt sich durch mobile, verspiegelte Schiebewände, die akustisch abschirmen, in drei Einheiten gliedern: In einen Mehrzweckraum mit Teeküche, in eine Bibliothek und in einen Empfang mit Arbeitsbereich. In Anlehnung an die Ballroom-Szene entstanden das House of Colour, das House of Fluid und das House of Books.
Die Bewegung der Spiegel ist ein performativer Akt, bei dem Grenzen verschoben werden. Im Spiegel gerät die Umgebung in Bewegung und der Raum wandelt sich.
Im Entrée trennt eine Regalwand den Eingangsbereich von einer Arbeitskoje mit Schreibtischen, die sich aus den Schränken ziehen lassen. So lassen sich etwa die Tablare der Regale in verschiedene Höhen verstellen, ebenso die mobilen Klapptische, die sich nach Belieben an den Regalen festmachen lassen.
Der Kerngedanke dieses Ausbaus war die Gestaltung eines wandelbaren Innenraums, der Durchlässigkeit und dennoch Rückzugsmöglichkeiten bietet. Dies übersetzten wir in der Schichtung der langen Fensterfassade mit sechs Fenstermöbeln. Das Möbel ist Bücherregal und Sitznische zugleich, sodass es ein Verweilen in der Fassadentiefe ermöglicht, zwischen dem Innen und Aussen. Aussen an den Fenstermöbeln hängen jeweils schmale Gitterrahmen, die sich vielfältig nutzen lassen, etwa für Plakate als Veranstaltungshinweise oder die Beleuchtung.
Zwei unterschiedliche Vorhänge lassen sich um das Möbel herumziehen. Die Vorhänge spielen mit dem Mittel der Verkleidung. Einmal leicht und hindurchscheinend, einmal schwer und verdunkelnd, lassen sie unterschiedliche Bezüge nach aussen zu und sorgen im Innern für variable Raumstimmungen.
Die Rückwand des Raumes wird von einem höhenverstellbaren Regal begleitet. Vertikalträger aus Metall, zwischen Boden und Decke gestemmt, tragen rohe Holztablare. Das Regal lässt sich in seine drei Grundkomponenten abbauen und anderorts wiederverwenden.
Auch in der direkten Materialisierung kommt unsere Grundidee dieses Ausbaus zum Ausdruck: einen dezenten Rahmen zu schaffen, den erst die Nutzenden in ihrer Vielfalt ausfüllen.

Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Rebecca Konnertz
Dominic Wohlgemuth

Projekt
Mieterausbau im Zollhaus Zürich

2019-2021

Fotos
Archphot, Peter Tillessen

Stahlbauarbeiten
Stahl- und Traumfabrik

Vorhänge
Kurt Wohndesign

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