111 Stettbach

111 Stettbach

Einbau Betreuungsräume

Das Schulgebäude Stettbach besticht durch seine rohe Sichtbetonfassade und ebensolchen Trägern. Es ist konsequent im Stil des Brutalismus erbaut. Unverkennbar ist die Anlehnung an das Kloster in Sainte-Marie de la Tourette von Le Corbusier.

Wir könnten uns ja vorstellen, bestätigte Rudolf Guyer in seinem Wohnzimmer, wer ihr Vorbild beim Entwurf der Schulanlage Stettbach war. Im Haus des Architektenpaars Rudolf und Esther Guyer sprachen wir über den von uns ausgeführten Umbau im Schulgebäude Stettbach. Der Austausch und die Auseinandersetzung mit dem Werk von Esther und Rudolf Guyer waren für uns bei diesem Projekt zentral. Wir wollten ihre Sprache verstehen, um sie in unsere zu integrieren. Eine Sprache die etwa von sichtbaren, konstruktiven Tragstrukturen lebt. Eine Sprache die mit Materialien in ihrer rohen Beschaffenheit einen stimmigen Kanon schafft. Im Gespräch mit Rudolf Guyer spürten wir: er vertraut, dass sich unsere Sprache mit der ihrigen vereinen lässt. Die beiden Sprachen zu einer weiterzuentwickeln, faszinierte uns bei der Arbeit an diesem Umbau.

Die 1967 vom Architektenpaar Guyer erbaute Schulanlage in Stettbach besteht aus einem Ensemble aus Schul- und Kindergartengebäude, Sporthalle mit Schwimmanlage. Die Stadt Zürich beauftragte uns mit der Erweiterung der Betreuung um achtzig Plätze im ersten Untergeschoss des Schulhauses. Die ehemalige, leerstehende Wohnung des Leiters der Haustechnik sollte zusammen mit dem ungenutzten Fotolabor zur Erweiterung der Betreuung umgebaut werden.

Die Raumstruktur unseres Entwurfs schafft eine Reihung dreier grossräumiger Einheiten für die Betreuung. Hierbei wird die konstruktive Struktur der Obergeschosse im Untergeschoss neu angeordnet. Durch eine Enfilade entstehen Nutzungsbeziehungen zwischen den Räumen. Diese Intention stand zu Beginn unseres räumlichen Entwurfs fest. Gestalterisch aber entwickelte er sich in einem kontinuierlichen Prozess. Wir finalisierten den Entwurf erst nachdem unter vielen Schichten aus Farbe, Abhangdecke und Weissputz die Betondecken mit ihrer charakteristischen Betonschalung schonend freigelegt wurden. Schliesslich prägten die Materialien im Bestand den Entwurf als bedeutende Eigenheit.

Sämtliche Materialien im Bestand haben wir in ihrer rohen Form belassen: die Türen und Schränke aus Eichenholz, die Fenster aus Fichtenholz, der Sichtbeton, die Metallarbeiten und den Klinker. Die Palette der Materialien haben wir mit einem naturbeigen Lehmputz an den Wänden ergänzt. Der Lehmputz als farbechtes, ungestrichenes Material integriert sich als weiteres, Element in die ohnehin roh belassenen Materialien im Bestand.

Eine Farbe für jeden Bau ist ein Merkmal des Architektenpaars Guyers. So findet sich das charakteristische «Stettbach Grün» als einzige Farbe im Schulhaus auf allen Metallarbeiten. Das Grün komplettieren in den Gängen markante Farbkreise der Künstlerin Eva Pauli.

Das Grün haben wir im neuen Tragwerk aufgenommen. Wegen der geplanten Verschiebung der tragenden Wände auf das Raster, wurde die bestehende Hourdisdecke im Fundamentgeschoss mit massiven Stahlträgern verstärkt. Der Stahl ist in Manier der Guyers in seiner Rohheit belassen. Mit diesem statischen Eingriff schonender Art schafften wir einen Präzedenzfall in Stahl für die weiteren bevorstehenden Umbauten.

Rebecca Konnertz
Luca Camponovo
Marianne Baumgartner

Peter Braun, normal office

Marc Althaus, Baukonstrukt AG

Matthias Kolb, Anex Ingenieure

Fotos
Elisa Florian

Einbau Betreuungsräume

Das Schulgebäude Stettbach besticht durch seine rohe Sichtbetonfassade und ebensolchen Trägern. Es ist konsequent im Stil des Brutalismus erbaut. Unverkennbar ist die Anlehnung an das Kloster in Sainte-Marie de la Tourette von Le Corbusier.

Wir könnten uns ja vorstellen, bestätigte Rudolf Guyer in seinem Wohnzimmer, wer ihr Vorbild beim Entwurf der Schulanlage Stettbach war. Im Haus des Architektenpaars Rudolf und Esther Guyer sprachen wir über den von uns ausgeführten Umbau im Schulgebäude Stettbach. Der Austausch und die Auseinandersetzung mit dem Werk von Esther und Rudolf Guyer waren für uns bei diesem Projekt zentral. Wir wollten ihre Sprache verstehen, um sie in unsere zu integrieren. Eine Sprache die etwa von sichtbaren, konstruktiven Tragstrukturen lebt. Eine Sprache die mit Materialien in ihrer rohen Beschaffenheit einen stimmigen Kanon schafft. Im Gespräch mit Rudolf Guyer spürten wir: er vertraut, dass sich unsere Sprache mit der ihrigen vereinen lässt. Die beiden Sprachen zu einer weiterzuentwickeln, faszinierte uns bei der Arbeit an diesem Umbau.

Die 1967 vom Architektenpaar Guyer erbaute Schulanlage in Stettbach besteht aus einem Ensemble aus Schul- und Kindergartengebäude, Sporthalle mit Schwimmanlage. Die Stadt Zürich beauftragte uns mit der Erweiterung der Betreuung um achtzig Plätze im ersten Untergeschoss des Schulhauses. Die ehemalige, leerstehende Wohnung des Leiters der Haustechnik sollte zusammen mit dem ungenutzten Fotolabor zur Erweiterung der Betreuung umgebaut werden.

Die Raumstruktur unseres Entwurfs schafft eine Reihung dreier grossräumiger Einheiten für die Betreuung. Hierbei wird die konstruktive Struktur der Obergeschosse im Untergeschoss neu angeordnet. Durch eine Enfilade entstehen Nutzungsbeziehungen zwischen den Räumen. Diese Intention stand zu Beginn unseres räumlichen Entwurfs fest. Gestalterisch aber entwickelte er sich in einem kontinuierlichen Prozess. Wir finalisierten den Entwurf erst nachdem unter vielen Schichten aus Farbe, Abhangdecke und Weissputz die Betondecken mit ihrer charakteristischen Betonschalung schonend freigelegt wurden. Schliesslich prägten die Materialien im Bestand den Entwurf als bedeutende Eigenheit.

Sämtliche Materialien im Bestand haben wir in ihrer rohen Form belassen: die Türen und Schränke aus Eichenholz, die Fenster aus Fichtenholz, der Sichtbeton, die Metallarbeiten und den Klinker. Die Palette der Materialien haben wir mit einem naturbeigen Lehmputz an den Wänden ergänzt. Der Lehmputz als farbechtes, ungestrichenes Material integriert sich als weiteres, Element in die ohnehin roh belassenen Materialien im Bestand.

Eine Farbe für jeden Bau ist ein Merkmal des Architektenpaars Guyers. So findet sich das charakteristische «Stettbach Grün» als einzige Farbe im Schulhaus auf allen Metallarbeiten. Das Grün komplettieren in den Gängen markante Farbkreise der Künstlerin Eva Pauli.

Das Grün haben wir im neuen Tragwerk aufgenommen. Wegen der geplanten Verschiebung der tragenden Wände auf das Raster, wurde die bestehende Hourdisdecke im Fundamentgeschoss mit massiven Stahlträgern verstärkt. Der Stahl ist in Manier der Guyers in seiner Rohheit belassen. Mit diesem statischen Eingriff schonender Art schafften wir einen Präzedenzfall in Stahl für die weiteren bevorstehenden Umbauten.

Rebecca Konnertz
Luca Camponovo
Marianne Baumgartner

Peter Braun, normal office

Marc Althaus, Baukonstrukt AG

Matthias Kolb, Anex Ingenieure

Fotos
Elisa Florian

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