047 Aemtler D

047 Aemtler D

Neubau Betreuungsgebäude, offener Wettbewerb Stadt Zürich, 1. Preis

Als wir uns im Rahmen des offenen Wettbewerbes mit dem Ort auseinandersetzten, den wir von Spaziergängen gut kannten, vielen uns drei Haupträume auf. Südöstlich der Parzelle liegt das Rotachquartier mit seinen stolzen Walmdachhäusern. Nordöstlich davon baute Gustav Gull um die Jahrhundertwende das Schulhaus Aemtler, zwei artikulierte Längsbauten, die den Schulhof einfassen. Nördlich und westlich der Parzelle schliesst der grosse Freiraum der Aemtleranlage an, der seine Fortsetzung im weitläufigen Friedhof Sihlfeld findet.

Ein weiteres Merkmal war besonders im Stadtplan augenscheinlich. Die Stadtplaner von damals hatten die Achse der Rotachstrasse als Freiraumachse im Friedhof Sihlfeld wieder aufgenommen. Dieses lineare Element war jedoch genau im Bereich unserer Parzelle nicht mehr erkennbar.

Die zentrale Herausforderung des Projektes lag demnach darin, einen Vermittler zu bauen, der die richtigen Bezüge zu Quartier, Schule und Freiraum schafft und die Achse der Rotachstrasse über den Schulhof in die Tiefe des Friedhofs Sihlfeld weiterführt. Der von der Bertastrasse zurückversetzte, dreigeschossige Solitärbau präsentiert sich einerseits als Haus im Rotachquartier, andererseits als Abschluss der imposanten Schulanlage von Gustav Gull. Seine Zurückversetzung verschafft ihm zwei Vorteile. Der quartiertypische Vorgarten an der Bertastrasse kann als Kindergartenaussenraum und Adresse genutzt werden. Der Bau schiebt sich genügend weit in den Schulhof, damit sein Haupteingang vom Pausenplatz sichtbar wird.

Uns war wichtig, dass das Betreuungsgebäude eine Bereicherung zum schulischen Alltag sein sollte. Wir hatten an eine Villa für Kinder gedacht, ein Ort der Freizeit, der Zerstreuung und Erbauung. Mit der Villa war das architektonische Vokabular gesetzt. Wir schufen ein Atrium mit einer Holztreppe, Erkerbereiche in den Zimmern, und eine hölzerne Mansarde. Die Oberflächen sind heiter und bunt. Holz, geschliffener Recycling Beton und Kautschukboden geben dem Bau einen zeitlosen Charakter.

Im Innern weist der Neubau drei voneinander getrennte Bereiche vor, die als kleinere Einheiten die «Villa» unterteilen und durch das offene Atrium gleichzeitig Sichtbezüge untereinander pflegen. Von aussen verleihen die herausgeschobenen Zimmer und die Relieftiefe der Fassadenelemente dem Bau ihr Spiel. Das Dach wiederum formiert sich mit der sanften Krümmung der in die Ecken ansteigenden Dachflächen und ist mit seinen vier Feldern ein Abbild des Grundrisses.

Kurz nach Bauvollendung wurde das Haus und der Aussenraum Ort positiv aufgenommen und angeeignet. An Sommerabenden pulsiert das Quartierleben auf den nahen Wiesen und Sportplätzen, Pingpongrundläufe und Basketballmatches finden ebenso statt wie Zusammenkünfte unter dem grossen Pausendach und Grilladen auf der nahen Wiese. Der Neubau wurde ganz von selbst, nebst seiner Funktion als Ergänzung der Schule, zu einem Ort für alle.

Team Wettbewerb
Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Zusammenarbeit mit Boris Buzek M.A./MSc ETH Arch

Team Vorprojekt/Bauprojekt
Runa Barbagelata
Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Petra Klima

Team Ausführung
Marianne Baumgartner
Kaj Blattner
Luca Camponovo
Nina Hug
Petra Klima

Text
Fabian Baer / CBA

Fotos
José Hevia

Projekt
Neubau Betreuungsgebäude

2014 – 2018

Auftraggeber
Stadt Zürich, Amt für Hochbauten

Kostenplanung und Bauleitung
GG Architektur GmbH

Landschaftsarchitektur
Haag Landschaftsarchitekten

Bauingenieur
Dr. Lüchinger+Meyer

Gebäudetechnik
BSP Energie

Elektroplanung
Boess + Partner

Gastroplanung
planbar AG

Neubau Betreuungsgebäude, offener Wettbewerb Stadt Zürich, 1. Preis

Als wir uns im Rahmen des offenen Wettbewerbes mit dem Ort auseinandersetzten, den wir von Spaziergängen gut kannten, vielen uns drei Haupträume auf. Südöstlich der Parzelle liegt das Rotachquartier mit seinen stolzen Walmdachhäusern. Nordöstlich davon baute Gustav Gull um die Jahrhundertwende das Schulhaus Aemtler, zwei artikulierte Längsbauten, die den Schulhof einfassen. Nördlich und westlich der Parzelle schliesst der grosse Freiraum der Aemtleranlage an, der seine Fortsetzung im weitläufigen Friedhof Sihlfeld findet.

Ein weiteres Merkmal war besonders im Stadtplan augenscheinlich. Die Stadtplaner von damals hatten die Achse der Rotachstrasse als Freiraumachse im Friedhof Sihlfeld wieder aufgenommen. Dieses lineare Element war jedoch genau im Bereich unserer Parzelle nicht mehr erkennbar.

Die zentrale Herausforderung des Projektes lag demnach darin, einen Vermittler zu bauen, der die richtigen Bezüge zu Quartier, Schule und Freiraum schafft und die Achse der Rotachstrasse über den Schulhof in die Tiefe des Friedhofs Sihlfeld weiterführt. Der von der Bertastrasse zurückversetzte, dreigeschossige Solitärbau präsentiert sich einerseits als Haus im Rotachquartier, andererseits als Abschluss der imposanten Schulanlage von Gustav Gull. Seine Zurückversetzung verschafft ihm zwei Vorteile. Der quartiertypische Vorgarten an der Bertastrasse kann als Kindergartenaussenraum und Adresse genutzt werden. Der Bau schiebt sich genügend weit in den Schulhof, damit sein Haupteingang vom Pausenplatz sichtbar wird.

Uns war wichtig, dass das Betreuungsgebäude eine Bereicherung zum schulischen Alltag sein sollte. Wir hatten an eine Villa für Kinder gedacht, ein Ort der Freizeit, der Zerstreuung und Erbauung. Mit der Villa war das architektonische Vokabular gesetzt. Wir schufen ein Atrium mit einer Holztreppe, Erkerbereiche in den Zimmern, und eine hölzerne Mansarde. Die Oberflächen sind heiter und bunt. Holz, geschliffener Recycling Beton und Kautschukboden geben dem Bau einen zeitlosen Charakter.

Im Innern weist der Neubau drei voneinander getrennte Bereiche vor, die als kleinere Einheiten die «Villa» unterteilen und durch das offene Atrium gleichzeitig Sichtbezüge untereinander pflegen. Von aussen verleihen die herausgeschobenen Zimmer und die Relieftiefe der Fassadenelemente dem Bau ihr Spiel. Das Dach wiederum formiert sich mit der sanften Krümmung der in die Ecken ansteigenden Dachflächen und ist mit seinen vier Feldern ein Abbild des Grundrisses.

Kurz nach Bauvollendung wurde das Haus und der Aussenraum Ort positiv aufgenommen und angeeignet. An Sommerabenden pulsiert das Quartierleben auf den nahen Wiesen und Sportplätzen, Pingpongrundläufe und Basketballmatches finden ebenso statt wie Zusammenkünfte unter dem grossen Pausendach und Grilladen auf der nahen Wiese. Der Neubau wurde ganz von selbst, nebst seiner Funktion als Ergänzung der Schule, zu einem Ort für alle.

Team Wettbewerb
Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Zusammenarbeit mit Boris Buzek M.A./MSc ETH Arch

Team Vorprojekt/Bauprojekt
Runa Barbagelata
Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Petra Klima

Team Ausführung
Marianne Baumgartner
Kaj Blattner
Luca Camponovo
Nina Hug
Petra Klima

Text
Fabian Baer / CBA

Fotos
José Hevia

Projekt
Neubau Betreuungsgebäude

2014 – 2018

Auftraggeber
Stadt Zürich, Amt für Hochbauten

Kostenplanung und Bauleitung
GG Architektur GmbH

Landschaftsarchitektur
Haag Landschaftsarchitekten

Bauingenieur
Dr. Lüchinger+Meyer

Gebäudetechnik
BSP Energie

Elektroplanung
Boess + Partner

Gastroplanung
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