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Rote Renette
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Rote Renette
Siedlung Wibich
Die Siedlung Wibich ist in die Jahre gekommen, das bezeugen die grossen Bäume ebenso wie ein erheblicher Sanierungsbedarf. Der Erneuerungsbedarf der bestehenden Bauten und das Potenzial der vorhandenen Ausnützungsreserve machen eine Transformation der Siedlung notwendig. Diese bietet Chancen für die Wohnungstypologien wie auch für das Wohnumfeld.
Aufbruch
Der Bestand wird vielmehr als Fundament und Kern für die Transformation gesehen und verfolgt das Ziel einer neuen zusammenhängenden und gleichwertigen Siedlungsstruktur. Durch ein erneutes Aufbrechen der Zeile zu drei einzelnen Teilen wird die Durchlässigkeit in Richtung Nord-Süd wieder hergestellt. Der nördliche und der südliche Freiraum wird zu einem zusammenhängenden Freiraum zusammengebunden, wobei der nördliche Teil
von zusätzlicher Besonnung profitiert. Die nunmehr fünf Einzelteile werden zu unterschiedlichen Punktbauten erweitert. Die Wohnungen erhalten damit zusätzliche Ausrichtungen und Blickbezüge.
Geteilte Infrastruktur
Die Neue Siedlung Wibich wird von verschiedenen bestehenden sowie neuen Angeboten profitieren. Eine Velowerkstatt kombiniert mit einem Werkraum. Ein kleines Siedlungscafé für Anlässe. Verschiedene Co-Working Räume auf dem Dach- sowie Erdgeschoss. Die Nutzungen werden über die Siedlung verstreut und jeweils an neuralgischen Orten angeordnet. Die Velowerkstatt kommt in Strassennähe bei der Garageneinfahrt zu liegen, wo ein Schwerpunkt
Mobilität entsteht. Das Siedlungscafé liegt direkt angrenzend an das Genossenschaftsbüro. Es kann so gut von Synergien mit dem Büro profitieren und auch als Mittagstisch gut funktionieren. Infrastruktur kann geteilt werden. Im Aussenraum werden Aufenthaltsbereiche für die verschiedenen
Altersgruppen erstellt. Naturnahe Spielbereiche aus Re-Use Elementen sowie Aufenthaltsplätze am Schatten und ein kleiner Pavillon, ebenfalls erstellt aus wiederverwendeten Materialien. Dieser kann von den bisherigen sowie zukünftigen Siedlungsbewohnenden gemeinsam gestaltet sowie erstellt werden und als Initialzündung für das neue Siedlungsleben dienen.
Ökologie
Trotz einer städtebaulich neuen Figur soll so viel wie möglich erhalten bleiben. Das Material soll am Ort verbleiben. Ein grosser Einfluss haben nebst den Hochbauten, auch das Terrain und das Untergeschoss. Vom Abbruch soll möglichst nichts entsorgt, sondern dem Wertstoffkreislauf vor Ort hinzugefügt werden. Der nötige Aushub für die Kellervergrösserungen kann nebst der Gewinnung von Lehm verwendet werden, um die UG‘s der aufgehobenen Hausteile zuzuschütten. Die Dachsparren dienen dem Zimmermann für die Aufstockungen und der Gemeinschaft für den Bau des Gartenpavillons. Das abgebrochene Mauerwerk soll verkleinert werden und in Bodenbelägen drinnen wie draussen eingebaut werden. Hier braucht es innovative Lösungen und weitere Erfindungen.
Materialberechnung:
Erhalt: 3141m3 (Holz 1110m3; Backstein 1517m3; Beton 514m3)
Abbruch: 1410m³ (Holz 376m3; Backstein 901m3; 133m3)
Neu: 2582m3 (2170m3; Beton 412m3)
Luca Camponovo
Marianne Baumgartner
Bastien Cheseaux
Irian Mika
extra Landschaftsarchitekten
Tina Kneubühler







