114 A Room of One’s Own

114 A Room of One’s Own

Neubau und Sanierung Siedlung Silvrettaweg

Bereits in der Aufgabenstellung suchte dieses Projekt eine nachhaltige Erneuerung, welche die Nachbarschaft als Gemeinschaft versteht. Die Siedlung wird nicht wie üblich komplett ersetzt. Sie lebt von der Beziehung zwischen dem Ersatzneubau und den zwei bestehenden Bauten. Von drei Liegenschaften mit jeweils zwölf Wohnungen werden zwei saniert und eine ersetzt. Die Auseinandersetzung mit dem Bestand lässt uns darüber nachdenken, wie die Sanierung und der Teilersatz mit der baulichen Zeit mitgehen werden. So verschmelzen denn verschiedene bauliche Elemente, dennoch bleiben die Merkmale vergangener Perioden präsent.

Der Neubaukörper besticht mit zwei quaderförmigen Elementen, die in der Höhe versetzt sind. Ein zentraler Aussenraum mit offener Treppe erschliesst und verbindet die zwei Elemente.

Jedes Regelgeschoss pro Körper ist mit fünfzehn Kammern angelegt, die Attikageschosse mit neun Kammern. Diese insgesamt 108 Kammern ermöglichen eine Vielfalt an Wohnungsgrundrissen, die wandelbar bleiben. Jede Wohnung verfügt zudem über ein Eco-Zimmer, dass sich bei Bedarf in zwei kleine Zimmer teilen lässt.

Der Neubau umfasst neben den ein bis fünfeinhalb Zimmerwohnungen auch Cluster-Wohnungen. Diese sind als Kleinwohnungen konzipiert, sind aber Teil einer grösseren gemeinschaftlichen Einheit. Neben dem individuellen Wohn- und Schlafbereich erschliessen die Cluster-Wohnungen eine grossräumige Gemeinschaftsküche mit Essbereich.

Die Idee des belebten, gemeinschaftlichen Wohnens gibt auch der nutzungsneutrale Raum mit Grossküche im Erdgeschoss des Neubaus wieder. Er lässt sich für Feste nutzen, ebenfalls als Hobbyraum oder Atelier.

Das Konzept der Kammern ermöglicht die Holzbaukonstruktion mit ihren Holzstützen und Doppelunterzügen in beide Richtungen: Es gibt keine tragenden Wände. Die Wandelbarkeit der Grundrisse und Räume haben wir auch in der technischen Infrastruktur berücksichtigt. Pro Kammer gibt es eine Position für eine Steigzone. Sie befindet sich in der Wand zwischen den Doppelunterzügen.

Die bestehenden Bauten erfahren eine Strangsanierung und erhalten neue Küchen und Bäder. Dabei werden die noch verwendbaren Materialien des Grundrisses für die Sanierung der bestehenden Gebäude weiterverwertet, etwa die Dachziegel oder der Granit im Aussenraum. Dieser Nachhaltigkeitsgedanke bei der Materialisierung widerspiegelt sich im Neubau etwa in der Verwendung von Materialien wie Holz und einem reduzierten Wert an grauer Energie.

Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft legen wir einerseits Wert auf die Wiederverwendung bestehender Bauteile aus der Sanierung. Andererseits soll auch der Neubau in ferner Zukunft wiederverwendet und verwertet werden. Die meisten Bauteile lassen sich demontieren. Wir verwenden wo möglich geschraubte Verbindungen und arbeiten mit Platten. Die Werkstoffe sollen möglichst natürlich sein und wenig Klebstoff enthalten.

Die Erneuerung am Silvrettaweg ist eine Nachverdichtung, welche die Grundsätze des nachhaltigen Wohnens vereint. Neben der ökologischen Bauweise schaffen wir auf sozialer und ökonomischer Ebene Wohnraum, wie er heute erstrebenswert ist: dem Einkommen entsprechend bezahlbar, zugeschnitten auf wandelbare Bedürfnisse; eine soziale Durchmischung, welche die gesellschaftliche Diversität einer Stadt abbildet.

Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Michele Broglia
Laura Pastior
Sarah Rüegg

Verfahren
Studienauftrag auf Einladung 2019/20, 1. Rang

Ingenieur und Beratung Nachhaltigkeit
Peter Braun, Normal office

Landschaftsarchitektur
Eder Landschaftsarchitekten

Nachhaltigkeit/Energie
Edelmann Energie

Ingenieur
Schärli + Oettli

Holzbauingenieur/Brandschutz
Makiol Wiederkehr

Haustechnik
Planforum

Elektroplanung
Nay Engineering

 

 

Neubau und Sanierung Siedlung Silvrettaweg

Bereits in der Aufgabenstellung suchte dieses Projekt eine nachhaltige Erneuerung, welche die Nachbarschaft als Gemeinschaft versteht. Die Siedlung wird nicht wie üblich komplett ersetzt. Sie lebt von der Beziehung zwischen dem Ersatzneubau und den zwei bestehenden Bauten. Von drei Liegenschaften mit jeweils zwölf Wohnungen werden zwei saniert und eine ersetzt. Die Auseinandersetzung mit dem Bestand lässt uns darüber nachdenken, wie die Sanierung und der Teilersatz mit der baulichen Zeit mitgehen werden. So verschmelzen denn verschiedene bauliche Elemente, dennoch bleiben die Merkmale vergangener Perioden präsent.

Der Neubaukörper besticht mit zwei quaderförmigen Elementen, die in der Höhe versetzt sind. Ein zentraler Aussenraum mit offener Treppe erschliesst und verbindet die zwei Elemente.

Jedes Regelgeschoss pro Körper ist mit fünfzehn Kammern angelegt, die Attikageschosse mit neun Kammern. Diese insgesamt 108 Kammern ermöglichen eine Vielfalt an Wohnungsgrundrissen, die wandelbar bleiben. Jede Wohnung verfügt zudem über ein Eco-Zimmer, dass sich bei Bedarf in zwei kleine Zimmer teilen lässt.

Der Neubau umfasst neben den ein bis fünfeinhalb Zimmerwohnungen auch Cluster-Wohnungen. Diese sind als Kleinwohnungen konzipiert, sind aber Teil einer grösseren gemeinschaftlichen Einheit. Neben dem individuellen Wohn- und Schlafbereich erschliessen die Cluster-Wohnungen eine grossräumige Gemeinschaftsküche mit Essbereich.

Die Idee des belebten, gemeinschaftlichen Wohnens gibt auch der nutzungsneutrale Raum mit Grossküche im Erdgeschoss des Neubaus wieder. Er lässt sich für Feste nutzen, ebenfalls als Hobbyraum oder Atelier.

Das Konzept der Kammern ermöglicht die Holzbaukonstruktion mit ihren Holzstützen und Doppelunterzügen in beide Richtungen: Es gibt keine tragenden Wände. Die Wandelbarkeit der Grundrisse und Räume haben wir auch in der technischen Infrastruktur berücksichtigt. Pro Kammer gibt es eine Position für eine Steigzone. Sie befindet sich in der Wand zwischen den Doppelunterzügen.

Die bestehenden Bauten erfahren eine Strangsanierung und erhalten neue Küchen und Bäder. Dabei werden die noch verwendbaren Materialien des Grundrisses für die Sanierung der bestehenden Gebäude weiterverwertet, etwa die Dachziegel oder der Granit im Aussenraum. Dieser Nachhaltigkeitsgedanke bei der Materialisierung widerspiegelt sich im Neubau etwa in der Verwendung von Materialien wie Holz und einem reduzierten Wert an grauer Energie.

Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft legen wir einerseits Wert auf die Wiederverwendung bestehender Bauteile aus der Sanierung. Andererseits soll auch der Neubau in ferner Zukunft wiederverwendet und verwertet werden. Die meisten Bauteile lassen sich demontieren. Wir verwenden wo möglich geschraubte Verbindungen und arbeiten mit Platten. Die Werkstoffe sollen möglichst natürlich sein und wenig Klebstoff enthalten.

Die Erneuerung am Silvrettaweg ist eine Nachverdichtung, welche die Grundsätze des nachhaltigen Wohnens vereint. Neben der ökologischen Bauweise schaffen wir auf sozialer und ökonomischer Ebene Wohnraum, wie er heute erstrebenswert ist: dem Einkommen entsprechend bezahlbar, zugeschnitten auf wandelbare Bedürfnisse; eine soziale Durchmischung, welche die gesellschaftliche Diversität einer Stadt abbildet.

Marianne Baumgartner
Luca Camponovo
Michele Broglia
Laura Pastior
Sarah Rüegg

Verfahren
Studienauftrag auf Einladung 2019/20, 1. Rang

Ingenieur und Beratung Nachhaltigkeit
Peter Braun, Normal office

Landschaftsarchitektur
Eder Landschaftsarchitekten

Nachhaltigkeit/Energie
Edelmann Energie

Ingenieur
Schärli + Oettli

Holzbauingenieur/Brandschutz
Makiol Wiederkehr

Haustechnik
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