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083 Gerberngasse

083 Gerberngasse

Haus Matto

 

Das kleine Haus im Berner Mattenquartier wurde 1941 – 42 als Werkstattgebäude einer Schreinerei auf einer ehemaligen Gartenparzelle unmittelbar am Gewerbekanal errichtet und reiht sich in eine Gruppe klassizistischer Kleingewerbebauten der Umgebung ein. Mit einer rückwändigen Giebelfront ist das Gebäude an ein Hofhaus angebaut und steht mit seiner Brandmauer an der südlichen Parzellengrenze, wo es teilweise über den Gewerbekanal ragt.

Es handelt sich um einen ausgesprochen einfachen, aber mit beträchtlicher architektonischer Sorgfalt und Qualität gestalteten zweigeschossigen Werkstattbau. Das Erdgeschoss ist massiv gebaut. Im Obergeschoss wechselt die Bauweise zu einer Holzbauweise mit einer durchlüfteten Bretterverschalung mit präziser Fugenteilung.

Mit dem Wechsel der Besitzer sollte das Haus einen neuen Zweck erfüllen. Einerseits wird es dem Wohnzweck zugeführt, andererseits dient es als Archiv, Ausstellungsort und Atelier für Kunst. Die neuen Besitzer sind in den Bereichen Musik und bildende Kunst tätig. Das ursprünglich als Werkraum konzipierte Erdgeschoss sollte in seiner Struktur als offener Raum bewahrt werden. So wurde die Küche am Rande des Raumes entlang der Brandmauer konzipiert. Ein doppelseitig nutzbares Metallregal im Raum schafft Stauraum für das Entree und die Küche zugleich. Als Raumteiler fungierend, schafft das Element mit einer durchscheinenden Doppelstegplatte als Rückwand Blickbezüge auf die andere Seite.

Für die Verbindung in das Geschoss darüber wird die Wendeltreppe aus Metall, frei im Raum stehend, beibehalten. Das Obergeschoss wurde bis auf die Holzfachwerkstruktur von den Leichtbauten befreit und neu konzipiert. Mittig unter dem Dachgiebel und über die ganze Gebäudetiefe erstreckt sich ein langer Raum. Dieser dient in seiner Dimensionierung sowie mit einer Reihe lichtbringender Dachöffnungen nicht nur als Verteiler sondern auch als Aufenthaltsort. Beidseitig in der Dachneigung, befinden sich Kammern, welche die dienenden Funktionen wie Bad, Schlaf-, Akleide und Erschliessungsraum aufnehmen. Sie werden jeweils mit einer Reihe aus Metallmodulen vom Hauptraum abgegrenzt. Die Module sind von Archivsystemen inspiriert. Sie sind einmal Stauraum, von den Kammern aus nutzbar, und einmal Durchgang. Türblätter sind als geschlossene Elemente aus dekapiertem Blech ausgebildet, wo hingegen bei den Regalen raumseitig ein netzartiges Spiralgeflecht aufgespannt ist, das ein Spiel der Blickbezüge zwischen den Räumen erlaubt. Das Geflecht gegen den Hauptraum dient als screen für Bilder und Plakate. Sie können direkt in die Maschen gehängt werden. Weitere Nutzungen der Maschen sind geplant, zum Beispiel aufgehängte Beistelltischchen.

Ein Modul ist so angefertigt, dass man es zu einem späteren Zeitpunkt vom Träger lösen könnte und unabhängig anderswo verbauenoder aufstellen könnte.

Die Stahlprofile sind jeweils offen gelassen und der Stahl ist in seinem dunklen Ton roh belassen und geölt. Sämtliche Schrauben und Verbindungen sind sichtbar.

Je nach dicke der Walzung der Bleche entstehen erwünschte Farbdifferenzen.

Die einzelnen Module sind hängend an Stahlträger festgeschraubt und schweben leicht über dem nicht tragenden Holzboden. Die Stahlträger wiederum sind über die Holzfachwerke des Dachstuhls gelegt, welcher nun das ganze Innere des Obergeschosses trägt.

 

Team
Marianne Baumgartner
Michele Broglia
Luca Campovono

 

 

Ingenieur
Peter Braun, Normal Office sàrl, Fribourg

Holzbau
Oeko Isol AG, Fribourg

Bern Mattenquartier
2016 – 2017

Projekt
Umbau Dachstock

Haus Matto

 

Das kleine Haus im Berner Mattenquartier wurde 1941 – 42 als Werkstattgebäude einer Schreinerei auf einer ehemaligen Gartenparzelle unmittelbar am Gewerbekanal errichtet und reiht sich in eine Gruppe klassizistischer Kleingewerbebauten der Umgebung ein. Mit einer rückwändigen Giebelfront ist das Gebäude an ein Hofhaus angebaut und steht mit seiner Brandmauer an der südlichen Parzellengrenze, wo es teilweise über den Gewerbekanal ragt.

Es handelt sich um einen ausgesprochen einfachen, aber mit beträchtlicher architektonischer Sorgfalt und Qualität gestalteten zweigeschossigen Werkstattbau. Das Erdgeschoss ist massiv gebaut. Im Obergeschoss wechselt die Bauweise zu einer Holzbauweise mit einer durchlüfteten Bretterverschalung mit präziser Fugenteilung.

Mit dem Wechsel der Besitzer sollte das Haus einen neuen Zweck erfüllen. Einerseits wird es dem Wohnzweck zugeführt, andererseits dient es als Archiv, Ausstellungsort und Atelier für Kunst. Die neuen Besitzer sind in den Bereichen Musik und bildende Kunst tätig. Das ursprünglich als Werkraum konzipierte Erdgeschoss sollte in seiner Struktur als offener Raum bewahrt werden. So wurde die Küche am Rande des Raumes entlang der Brandmauer konzipiert. Ein doppelseitig nutzbares Metallregal im Raum schafft Stauraum für das Entree und die Küche zugleich. Als Raumteiler fungierend, schafft das Element mit einer durchscheinenden Doppelstegplatte als Rückwand Blickbezüge auf die andere Seite.

Für die Verbindung in das Geschoss darüber wird die Wendeltreppe aus Metall, frei im Raum stehend, beibehalten. Das Obergeschoss wurde bis auf die Holzfachwerkstruktur von den Leichtbauten befreit und neu konzipiert. Mittig unter dem Dachgiebel und über die ganze Gebäudetiefe erstreckt sich ein langer Raum. Dieser dient in seiner Dimensionierung sowie mit einer Reihe lichtbringender Dachöffnungen nicht nur als Verteiler sondern auch als Aufenthaltsort. Beidseitig in der Dachneigung, befinden sich Kammern, welche die dienenden Funktionen wie Bad, Schlaf-, Akleide und Erschliessungsraum aufnehmen. Sie werden jeweils mit einer Reihe aus Metallmodulen vom Hauptraum abgegrenzt. Die Module sind von Archivsystemen inspiriert. Sie sind einmal Stauraum, von den Kammern aus nutzbar, und einmal Durchgang. Türblätter sind als geschlossene Elemente aus dekapiertem Blech ausgebildet, wo hingegen bei den Regalen raumseitig ein netzartiges Spiralgeflecht aufgespannt ist, das ein Spiel der Blickbezüge zwischen den Räumen erlaubt. Das Geflecht gegen den Hauptraum dient als screen für Bilder und Plakate. Sie können direkt in die Maschen gehängt werden. Weitere Nutzungen der Maschen sind geplant, zum Beispiel aufgehängte Beistelltischchen.

Ein Modul ist so angefertigt, dass man es zu einem späteren Zeitpunkt vom Träger lösen könnte und unabhängig anderswo verbauenoder aufstellen könnte.

Die Stahlprofile sind jeweils offen gelassen und der Stahl ist in seinem dunklen Ton roh belassen und geölt. Sämtliche Schrauben und Verbindungen sind sichtbar.

Je nach dicke der Walzung der Bleche entstehen erwünschte Farbdifferenzen.

Die einzelnen Module sind hängend an Stahlträger festgeschraubt und schweben leicht über dem nicht tragenden Holzboden. Die Stahlträger wiederum sind über die Holzfachwerke des Dachstuhls gelegt, welcher nun das ganze Innere des Obergeschosses trägt.

 

Team
Marianne Baumgartner
Michele Broglia
Luca Campovono

 

 

Ingenieur
Peter Braun, Normal Office sàrl, Fribourg

Holzbau
Oeko Isol AG, Fribourg

Bern Mattenquartier
2016 – 2017

Projekt
Umbau Dachstock

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